Einblick in die Oldenburger Druckereigeschichte

Die Gründung der graphischen Betriebe in Oldenburg erfolgte bis zur Wende des 20. Jahrhunderts vielfach durch zugewanderte Drucker. Die beiden traditionsreichsten Druckereibetriebe der Stadt, die Druckerei Stalling und die Schulzesche Hofbuchdruckerei, wurden jeweils von Berufsfremden gegründet. Da die Stadt Oldenburg und Umgebung nur geringfügig auf Tradition im Druckgewerbe zurückblicken konnte, kam eine Vielzahl der Drucker und Setzer aus überregionalen Herkunftsgebieten. So waren weit gewanderte Druckergesellen typisch für den Oldenburger Arbeitsmarkt.

Im 19. Jahrhundert erfolgte eine Situationsänderung in den Oldenburger Druckereien. Die beiden Traditionsfirmen, vor allem Stalling, entwickelten sich zu den wichtigsten Ausbildungsbetrieben in der Region, sodass die Arbeitskräfte immer häufiger aus dem örtlichen Arbeitsmarkt hervorgingen.

Parallel zur Stadtentwicklung sowie der Entwicklung des Handels und der Industrie setzte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Gründungsboom im graphischen Gewerbe ein.

Großen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung hatte die Aufhebung des Zunftzwanges während der französischen Okkupation und ein halbes Jahr später die Einführung der Gewerbefreiheit im Jahre 1861 in Oldenburg, die schließlich 1867 durch die Gewerbeordnung des Norddeutschen Bundes abgelöst wurde.

Die beiden führenden Druckereibetriebe Stalling und Schulze wehrten bis Mitte des 19. Jahrhunderts mit Unterstützung der großherzoglichen Regierung die Konkurrenz ab. So hatten etwaige Konkurrenzunternehmen im Raum Oldenburg geringen Handlungsspielraum und konnten schwer festen Fuß fassen.