Herr Kolter am alten Setzkasten

Führung

Über drei Ebenen und auf einer Fläche von rund 500 m² hat Kolter seine Schätze liebevoll in Szene gesetzt.

Während im Keller und im Erdgeschoss die Museumsobjekte untergebracht sind, wird das Obergeschoss als „Galerie Petit“ für Kunstausstellungen genutzt.

Im Erdgeschoss befindet sich eine Sammlung alter Maschinen aus jahrhunderte langer Druckgeschichte. Jede dieser Maschinen ist eigens von Herrn Kolter in filigraner und mühevoller Kleinstarbeit zu einem Schmuckstück restauriert worden.

Im Keller sind Liebhaberstücke der Buchbinderei versammelt und eine Handsetzerei von der Größe eines ehemals mittelgroßen Betriebes. Daran angeschlossen ist die Maschinensetzerei (drei Linotypesetzmaschinen und drei Typograph-Setzmaschinen), sowie Hunderte von Druckstöcken vom Linolschnitt bis zum Galvano.

All diese Prachtstücke präsentiert Horst Kolter während der gut eineinhalb Stunden dauernden Führung seinen Besuchern.
Wenn er von „alten Zeiten“ erzählt, kommt er ins Schwärmen und weiß nur allzu gut, wie er sein Publikum unterhalten kann. Seine Augen leuchten auf, Erinnerungen sprudeln geradezu nur so aus ihm heraus und eine neue Führung durch das Sandkruger Druckereimuseum beginnt.

Am Setzkasten verblüfft er mit Schnelligkeit und Geschick seine Gäste, erklärt den Unterschied zwischen Silberfischen und Fliegenköpfen und zeigt, dass er nach all den Jahren immer noch nichts verlernt hat. Schwups, ist eine Zeile gesetzt und jemand aus dem Publikum darf laut vorlesen, was der Meister innerhalb von wenigen Sekunden auf den Winkel gezaubert hat.

Nur allzu bescheiden zeigt er einige „Firmenklischees“, die er damals selbst entwarf und in mühevoller Handarbeit schnitzte – Heute heißen diese „Logos“ und werden elektronisch per Mausklick einfach auf ein Dokument gezogen. Als Kunst kann man das wirklich nicht mehr bezeichnen, was heute in Sekundenschnelle am Computer passiert.

Kolters Prachtstücke – die gute alte Zeilensetzmaschine „Linotype“ etwa – kommt während der Führung genauso zum Einsatz wie die Buchrückenrundstoßmaschine, bei der übrigens tatsächlich gilt: „Nomen est Omen“. Mit Begeisterung kurbelt er an den Geräten, drückt Knöpfe, zieht Hebel und freut sich über die erstaunten Gesichter ringsherum...

Doch zuviel soll an dieser Stelle natürlich nicht verraten werden. Nur eines steht fest: Die Besucher können sich auf eine spannende Führung mit vielen wissenswerten Informationen und witzigen Anekdoten freuen. Die kleine Zeitreise zu Gutenberg und Co. bedeutet gerade im Zeitalter von Computer, Internet und SMS eine willkommene Abwechslung für die großen und kleinen Entdecker der „Schwarzen Kunst“.